Lexikon der Filmbegriffe

Schablonenkolorierung

engl.: stencil colouring, frz.: coloriage au pochoir

Nach 1905 ersetzte die Schablonenkolorierung die Handkolorierung. Bei diesem Verfahren, das die Firma Pathé um diese Zeit einführte und bald meisterlich beherrschte, musste pro gewünschter Farbe eine Schwarzweißkopie „geopfert“ werden. Jede dieser Kopien wurde für den Auftrag einer bestimmten Farbe vorbereitet. Dazu schnitt man bei jedem Filmband die Stellen aus, die später in der gewünschten Farbe erscheinen sollten und stellte so eine Schablone her. Anschließend legte man auf einen kompletten Schwarzweißfilm die erste Schablone. Mit einem in Farbe getauchten breiten Pinsel oder einem imprägnierten Veloursband trug man die erste Farbschicht auf der ganzen Länge des Filmbandes auf. Nacheinander folgten nun die anderen Schablonen. Die Kopie erhielt so Farblage nach Farblage, bis alle Teile, die koloriert werden sollten, ihren Auftrag erhalten hatten. Wie schon bei der Handkolorierung kamen bis zu sechs Farben zum Einsatz. Da die Einfärbung maschinell geschah, ließen sich bei diesem Verfahren viele Kopien recht schnell herstellen, was den Preis pro Kopie sinken ließ. Schablonenkolorierte Filme stellten wegen ihrer Pracht oft Höhepunkte im Programm dar. Dabei handelte es sich vor allem um Natur- und Reisefilme, während für Spielfilme lieber das billigere tinting und toning angewandt wurde. In den 1920er Jahren wurden nur noch ganz wenige Spielfilme auf diese Weise hergestellt. 
 

Referenzen:

Pathécolor


Artikel zuletzt geändert am 22.04.2012


Verfasser: SL


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