Lexikon der Filmbegriffe

nobody‘s shot

dt. etwa: niemandes Einstellung; manchmal auch: objektiver nobody‘s shot; meist: zero ocularization = Nullfokalisierung

In strikter Gegenüberstellung zum point of view shot, der eindeutig als Blick einer der Figuren der Handlung identifiziert werden kann und zum Gewebe der Wahrnehmungen gehört, die in der Auflösung einer Szene installiert wird, ist der nobody‘s shot unfokalisiert, den Figuren nicht zugeordnet. Vor allem in den Beispielen, in denen ein homodiegetischer Erzähler (in den Kategorien Genettes) die Geschichte (vor-)trägt, kommt es zu Widersprüchen, weil die nichtfokalisierten Einstellungen immer Informationen enthalten müssen, die der Erzähler nicht wissen kann, weshalb derartige Filme meist einer „doppelten Fokalisierung“ zugehören und auf einen zweiten Erzähler hindeuten, der die Steuerung der (audio-)visuellen Erzählung übernimmt. Die meisten Einstellungen von Filmen gehören diesem Typus zu.

Literatur:  Jost, François: L’Œil-caméra. Entre film et roman. Lyon: Presses Universitaires de Lyon 1987.


Artikel zuletzt geändert am 18.11.2013


Verfasser: AS


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