Lexikon der Filmbegriffe

Nordic Noir

Der Kritik entstammende Bezeichnung der skandinavischen Kriminalliteratur und ihrer Verfilmungen seit den späten 1990ern, die sich durch den (Sozial-)Realismus ihrer Sujets, die Geradlinigkeit der Erzählung und den Verzicht auf Allegorisierungen und Metaphorisierungen auszeichne. Als Beispiele werden oft die Arbeiten Stieg Larssons, aber auch die von Henning Mankell konzipierte Kurt-Wallander-Figur genannt. Als literarische Quelle werden meist die Arbeiten des schwedischen Autorenpaars Maj Sjöwall und Per Wahlöö genannt, die in der zehnbändigen Roman-Folge Roman om ett brott (1965-75) die Ermittlerfigur des Kommissars Beck vorstellten, der inzwischen in mehreren Serien für das Fernsehen adaptiert wurde. Auch die neueren dänischen Serien wie Ørnen (Der Adler, 2004-07) oder Forbrydelsen (Kommissarin Lund, 2007ff; Remake: The Killing, USA 2010-13) werden dem Nordic Noir zugerechnet.

Literatur: Forshaw, Barry: Nordic noir. The Pocket Essential Guide to Scandinavian Crime Fiction, Film & TV. Harpenden: Oldcastle Books 2013. – Agger, Gunhild: The Killing: Urban topographies of a crime. In: Journal of Popular Television 1,2, 2013, S. 235‑241. – Redvall, Eva Novrup: ,Dogmas‘ for television drama: The ideas of ,one vision‘, ,double storytelling‘, ,crossover‘ and ,producer’s choice‘ in drama series from the Danish public service broadcaster DR. In: Journal of Popular Television 1,2, 2013, S. 227‑234.


Artikel zuletzt geändert am 18.11.2013


Verfasser: KB


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