Lexikon der Filmbegriffe

Öl-auf-Glas-Animation

engl.: paint-on-glass animation, glass painting (animation)

Ähnlich der Sandanimation wird bei der Öl-auf-Glas-Animation die Ölfarbe  (teilweise mit Fingern) auf die Glasplatte des Tisches aufgetragen und dann abfotografiert. Da die Farbe erst nach längerer Zeit trocknet, kann das Gemalte mehrmals verwischt, erweitert oder bearbeitet werden. Anstatt Öl werden manchmal auch Wasserfarben wie Gouache (vermischt mit Glycerin, um den Prozess des Trockens zu verlangsamen) verwendet. Derartige Animationen werden fast immer von einem einzelnen Animator und nicht in einem großen Studio erstellt. Der bekannteste Animator des Verfahrens ist Alexandr Petrov; für The Old Man and the Sea (Rußland/Kanada/Japan 1999) nach Hemingways Novelle erhielt er den Oscar; die insgesamt 29.000 Aufnahmen des Films wurden mit einer IMAX-Kamera gemacht. Als älteres Meisterwerk der Technik gilt Oskar Fischingers 11minüter Motion Painting No. 1 (USA 1947) zum Brandenburgischen Konzert Nr. 3 von Johann Sebastian Bach.

Literatur: Kenyon, Heather: Animating Under the Camera. In: Animation World Magazine 3,2, May 1998, URL: http://www.awn.com/mag/issue3.2/3.2pages/3.2student.html. – Animation Notes #11, URL: http://minyos.its.rmit.edu.au/aim/a_notes/anim_paint.html.


Artikel zuletzt geändert am 18.11.2013


Verfasser: JH W


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