Lexikon der Filmbegriffe

Ansager

auch: Programmsprecher

Diejenigen, die in Hörfunk und Fernsehen Sendung an‑ oder absagen, werden Ansager genannt. In der Frühzeit des bundesdeutschen Fernsehens galten die Ansager (bzw. Ansagerinnen, die die absolute Majorität bildeten) als Vertreter und Außendarsteller der Institution Fernsehen, weshalb die Auswahl der Ansagerinnen große öffentliche Aufmerksamkeit genoss. Zu den bekanntesten Ansagerinnen gehörten Irene Koss (NWDR/NDR), Ursula von Manescul (SWF), Dagmar Bergmeister (SF), Annette von Aretin (BR), Ruth Kappelsberger (BR), Claudia Doren (WDR) und Hilde Nocker (HR); viele von ihnen waren Schauspieler. Im deutschen Fernsehen „verschwanden“ die Ansager-Persönlichkeiten Mitte der 1990er aus den Programmen – insbesondere die Privatsender ersetzten sie durch zusätzliche Werbung. Zuletzt waren Ansager nur noch im Abendprogramm zu sehen. Heute treten Ansager nur noch in Special-Interest-Programmen auf (etwa bei der Moderation von Themenabenden). Vor allem in den Dritten Programmen hatten einzelne Ansager wie Dénes Törzs (der von 1977 bis 2004 als Ansager auftrat) die rein formale Funktion der Programmankündigung zu Kleinformen der Moderation ausgebaut, weiterhin darauf vertrauend, dass die Figur des Ansagers ein wesentliches Mittel der Programmselbstdarstellung, vor allem aber auch der Publikumsbindung sei.


Artikel zuletzt geändert am 12.01.2014


Verfasser: HHM W


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