Lexikon der Filmbegriffe

Rampensau

Umgangssprachliche, ironisch gefärbte und despektierliche (aber nicht unbedingt beleidigende) Bezeichnung für einen Schauspieler, für den der Auftritt auf der Bühne ein Moment höchster Konzentration ist und der dann zu darstellerischer Höchstleistung aufläuft. Die Fähigkeit, die Gegenwärtigkeit und Intensität des Spiels auf der Bühne auszustellen, ist vor allem dann auffällig, wenn die Rampensau in kleinen oder undankbaren Rollen auftritt und der Vorstellung damit ein vom Stück her gar nicht vorgesehenes Glanzlicht aufsetzt (dabei die Ensemble-Leistung aber manchmal unterlaufend).
Im erweiterten Sinne werden auch Personen, die sich in sozialen oder informal-öffentlichen Situationen (von Konzerten, Live-Shows über Sportveranstaltungen bis hin zu Verkaufs‑, Firmen‑ und Messepräsentationen) in den Vordergrund spielen, selbst dann, wenn ihre situative Rolle das gar nicht vorsieht. Neben einer eher narzisstischen Komponente geht es immer auch um die Fähigkeit, andere emotional mitzureißen, ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen, sie zu unterhalten (weshalb auch manche populistisch auftretenden Politiker als „Rampensäue“ bezeichnet werden – damit auch auf die oft mangelnde inhaltliche Substanz ihrer Auftritte anspielend).


Artikel zuletzt geändert am 12.01.2014


Verfasser: JvH


Zurück