Lexikon der Filmbegriffe

Erschrecken

Das Erschrecken gehört zu den atavistischen Orientierungsreaktionen des Menschen und bereitet auf Flucht oder Abwehr vor. Es ist von massiven physiologischen Reaktionen begleitet (Anspannung der Muskelgruppen, Ausschüttung von Botenstoffen, Erweiterung der Pupillen, Erhöhung der Pulsfrequenz usw.). Natürlich wird das Erschrecken auch im Horror- und Actionfilm sowie im Triller in einer ganzen Reihe formelhaft eingesetzter Techniken genutzt. Es gibt neben dem oft verwendeten und wirkungssicheren akustischen Erschrecken des Zuschauers (jump scare) durch eine plötzlich im Pegel angehobene lauten akustischen, paukenschlagartigen Ton, mit in größter Plötzlichkeit Ereignisse unterbrochen werden, plötzlich auftretende (und meist laut schreiende) Katzen (cat scare) oder meist in alten Gemäuern oder Kellergewölben auffliegende Fledermäuse (bat scare), im Spiegel aufscheinende Gestalten (mirror scare), den Aufschrei meist weiblicher Figuren, ohne dass man den Anlass des Schreis zu Gesicht bekommen hätte (scream scare), wie in einem Versteckspiel plötzlich auftauchende Figuren – etwa beim Öffnen von Türen oder Truhen oder hinter Hausecken (peek-a-boo corpse) – und dergleichen mehr. Idealerweise wird mit diesen Techniken eine meist spannungsgeladene und von Erwartungen der kommenden Bedrohung begleitete Szene rabiat unterbrochen.
 

Referenzen:

jump scare


Artikel zuletzt geändert am 09.03.2014


Verfasser: JvH


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