Lexikon der Filmbegriffe

Hochseethriller

Es gibt eine ganze Reihe von Filmen, die auf Schiffen spielen, idealerweise auf Hochsee – es ist die Abgeschlossenheit des Handlungsraums bei gleichzeitiger Anwesenheit der Konfliktparteien, das Fehlen jeder Fluchtmöglichkeit und jeder Hilfe von außen, die eine Zuspitzung des Handlungsgeschehens so unausweichlich zu machen scheint, dass der finale Showdown wohl unausweichlich ist. Filme wie Phillip Noyce‘ Dead Calm (Australien 1989) über einen Mörder, der ein Ehepaar auf einer Segeltour im Pazifik zu töten versucht, oder Paul Greengrass‘ Capatin Phillips (USA 2013) über eine Schiffsentführung am Horn von Afrika oder auch Richard Lesters Juggernaut (Großbritannien 1974) über ein Bombenattentat auf ein Passagierschiff entfalten die dramatischen Möglichkeiten des kleinen Motivs. Filme über manövrierunfähig gewordene Schiffe (oder auch Raumschiffe) sind ebenso wie U-Boot-Filme recht eigenständige Varianten des Hochseethrillers, die die Klaustrophobie des Handlungsortes zur manchmal kammerspielartigen Verdichtung des Geschehens ausnutzen; auch einige Filme über Begegnungen von Schiffen mit Geisterschiffen (oder mit Geistern vormaliger Besatzungen wie in Ghost Ship, Großbritannien 1952, Vernon Sewell) und Tierhorrorfilme (wie Octalus, USA 1997, Stephen Sommers, über die Begegnung eines Passagierdampfers mit einem gigantischen Tentakelwesen) nutzen die Unausweichlichkeit der Begegnung mit dem Bösen dramaturgisch aus, verlassen aber die tendenziell realistische Grundkonstellation der Thriller.


Artikel zuletzt geändert am 09.03.2014


Verfasser: JvH


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