Lexikon der Filmbegriffe

24 hours movies

dt.: 24-Stunden-Filme

Bezeichnung der Kritik für jene Gattung von Filmen, deren Handlung sich innerhalb eines einzigen Tages abspielt. Bereits in der Aristotelischen Dramentheorie wird die Vorgabe formuliert, dass sich die Handlung eines Theaterstücks innerhalb eines Sonnenumlaufs, sprich eines Tages, abspielen müsse (die Einheit der Zeit). Zahlreiche Beispiele finden sich zudem in der nichtdramatischen Literatur (etwa Ulysses, James Joyce).
In einer ganzen Reihe von Fällen spiegelt sich dieses zeitliche Dogma der Einheit der Zeit auch in der Narration von Filmen wieder. Beispiel dafür ist vor allem die US-amerikanische Fernsehserie 24 (2001-2010). Erzählzeit und erzählte Zeit fallen zusammen: Der Film vermittelt den Eindruck eines chronometrisch genauen Fortgangs, obwohl er aus verschiedenen Handlungssträngen komponiert ist. Die Grundidee, die Geschehnisse eines einzigen Tages zu beobachten und chronologisch zu präsentieren, ist auch im Dokumentarfilm realisiert worden. 24h Berlin (Deutschland 2008, Volker Heise) ging im September 2009 auf Sendung und wurde 24 Stunden lang ohne Werbeunterbrechung ausgestrahlt. Im September des Vorjahres hatten zu diesem Zweck insgesamt 400 Crewmitglieder an einem einzigen Tag aufnahmen authentischer Protagonisten in Berlin abgedreht, aus dem die 1.440 Minuten dann zusammengeschnitten wurden. Heise wiederholte das Experiment in dem Film 24h Jerusalem (2014). Erwähnt sei auch der 24stündige aus Filmszenen, in denen Uhren gezeigt werden, kompilierte Film The Clock (Großbritannien 2010, Christian Marclay).
24-Stunden-Filme sind ein TV-Format; allerdings findet sich inzwischen eine ganze Reihe von Beispielen im Internet.

Literatur: http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_media_set_within_one_day.


Artikel zuletzt geändert am 19.05.2014


Verfasser: DM JvH


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