Lexikon der Filmbegriffe

binge watching

von engl.: binge = das Gelage; auch: binge viewing; dt. umgangssprachlich: Komaglotzen

Seit den späten 1990ern verbreitete umgangssprachliche Bezeichnung für die Besichtigung von mehreren Folgen oder Staffeln einer Serie am Stück, oft als Element der Wochenendgestaltung, zwar oft als kollektive Rezeption, aber auch individuell durchgeführt. Vor allem unter jüngeren Zuschauern verbreitet. Es war zunächst die Publikation von Serien in DVD-Boxen, später die zunehmende Verfügbarkeit und Beliebtheit von Video‑on‑Demand‑Angeboten (in den USA durch Anbieter wie Lovefilm, maxdome oder Netflix), die Zuschauer von der oft nur wöchentlichen Abfolge der Folgen befreite, die es ermöglichte, Cliffhanger zu vermeiden, längere Erzählbögen zusammenhängend zur Kenntnis zu nehmen und so zu „Serien-Experten“ zu werden. Derzeit (Stand 2014) werden Serien zunächst im linearen Fernsehen ausgewertet, bevor sie als DVDs oder als Stream-Angebote zur Verfügung stehen; gelegentlich werden aber die Folgen zeitgleich mit der linearen Auswertung bereits als DVDs vermarktet; ein bekanntes Beispiel ist die US-Serie House of Cards (USA 2013). Das binge viewing ist eine Sonderform des nichtlinearen Fernsehens.

Literatur: Devasagayam, Raj: Media Bingeing: A Qualitative Study of Psychological Influences. In: Once Retro Now Novel Again. 2014 Annual Spring Conference. Proceedings. Ed. By Deborah DeLong, Dawn Edmiston, Roscoe Hightower Jr. O.O.: Marketing Management Association 2014, S. 40-44, URL: http://www.mmaglobal.org/publications/Proceedings/2014‑MMA‑Spring‑Conference‑Proceedings.pdf#page=56. – Hasebrink, Uwe: Lineares und nicht-lineares Fernsehen aus der Zuschauerperspektive: Spezifika, Abgrenzungen und Übergänge. Hamburg: Hans-Bredow-Institut 2009. Unveröff. Projektbericht. Online zugänglich unter der URL: http://www.hans‑bredow‑institut.de/webfm_send/651.


Artikel zuletzt geändert am 19.05.2014


Verfasser: JvH


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