Lexikon der Filmbegriffe

Fliegender Holländer

Die wohl aus dem 18. Jahrhundert stammende Sage vom Fliegenden Holländer erzählt von einem Kapitän, der durch einen Fluch dazu verdammt worden ist, bis zum jüngsten Tag mit seinem Gespensterschiff auf dem Meer umherzuirren, ohne in einen Hafen einlaufen oder Erlösung im Tod finden zu können (in der Erweiterung in der Oper von Richard Wagner [1843]: wenn es ihm nicht gelingt, eine Frau zu finden, die ihm Treue schwört). Der Stoff wurde nicht nur vielfach literarisch adaptiert, sondern wurde schnell zu einem Motiv populärer Phantasie und auch im Film mehrfach behandelt. Am bekanntesten ist wohl bis heute die englische Verfilmung Pandora and the Flying Dutchman (1951, Albert Lewin) mit Ava Gardner und James Mason. 1918 entstand Der fliegende Holländer (Deutschland 1918, Hans Neumann). Die Wagner-Oper Der fliegende Holländer wurde 1964 von Joachim Herz (DDR 1964), 1975 von Václav Kašlík (BRD 1975), 1991 von Henning von Gierke und Eckhart Schmidt (BRD 1991) adaptiert; bereits 1908/09 wurden der Abschied des Holländers und Chor und Tanz der Matrosen als Tonbilder realisiert. Auch für das Fernsehen war der Stoff reizvoll; erwähnt seien Der fliegende Holländer (BRD 1986, Brian Large) nach der Wagner-Variante. Neuerdings taucht das Holländerschiff auch in Pirates of the Caribbean: Dead Man's Chest (USA 2006, Gore Verbinski) wieder auf. Es entstanden zudem eine ganze Reihe von Varianten, die die Geschichte in andere Richtungen fortentwickelten wie etwa The Legend (Frankreich 2012, Christian Lara), der die Geschichte zum romantischen Südseemärchen macht. De vliegende Hollander (Niederlande 1995, Jos Stelling) hat trotz des Titels nichts mit der alten Sage zu tun; und De vliegende Hollander (Niederlande 1957, Gerard Rutten) ist tatsächlich eine Biographie des holländischen Flugpioniers und Flugzeugfabrikanten Anthony Fokker.


Artikel zuletzt geändert am 19.05.2014


Verfasser: JvH


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