Lexikon der Filmbegriffe

used future

dt. etwa: „gebrauchte Zukunft“

Die „gebrauchte Zukunft“ aks eigenes Designkonzept für einen Film  hält im Science-Fiction-Film der 1970er Jahre Einzug. Filme wie Alien (Großbritannien/USA 1979, Ridley Scott) entwickeln einen Gegenentwurf zu den bis dahin geläufigen Hochglanzwelten des Genres – man denke an die Gentlemen-Besatzung der Enterprise (Star Trek, USA 1966-1969, Gene Roddenberry) und ihr aufgeräumtes Dekor. Ihr gegenüber stellen Scotts desillusionierte, verschwitzte Astronauten im düsteren und unaufgeräumten Raumschiff einen starken Gegensatz dar. Doch schon in den 1960er Jahren ließ Stanley Kubrick die Modelle seiner Raumschiffe für 2001: A Space Odyssey (Großbritannien/USA 1968) bewusst verschmutzen, um sie abgenutzter erscheinen zu lassen.
Das Konzept der used future hat auch im Bereich des Sound Designs Spuren hinterlassen. Vor allem der Tonmeister Ben Burtt ist zu nennen, der für Star Wars (USA 1977, George Lucas) etwa dem Androiden R2D2 seine eigene verfremdete Stimme lieh und weitere Experimente auf dem Gebiet wagte. Sogar historisches Material kann dabei zum Einsatz kommen: Beim 2002 erschienen Star-Wars-Film Episode II – Attack of the Clones (USA 2002, George Lucas) haben die Kriegsschiffe der Klone den Sound von Bombern aus dem Zweiten Weltkrieg. Die used future strebt insbesondere im Sound-Design die Darstellung einer realistischeren Wiedergabe der Zukunft an, die zwangsläufig abgenutzt („used“) klingen muss, weil die Gebrauchsspuren der Gegenwart beständig inhärent sind. Gleichzeitig kann solch ein Umgang in der Darstellung der Zukunft im Film auch immer (zumindest bis zu einem gewissen Grad) technikpessimistisch gelesen werden.


Artikel zuletzt geändert am 19.05.2014


Verfasser: DM


Zurück