Lexikon der Filmbegriffe

Afterkunst

Als diffamierende Bezeichnung für die Minderwertigkeit mancher Kunstformen in der Nazizeit gebräuchlich; so bezeichnete Goebbels den Zirkus als „Afterkunst“. Die Bezeichnung stammt aus der Antike und vermeint dort die Abwertung der Rhetorik gegenüber der Kunst. In den ästhetischen Debatten der Aufklärung wurde die Bezeichnung aufgefrischt – Goethe etwa sprach von „Afterkünstlern“, den „Dilettanten und Spekulanten; jene treiben die Kunst um des Vergnügens, diese um des Nutzens willen“ – allerdings nicht mit dem Gestus einer ästhetisch-weltanschaulichen Abwertung. Die Bezeichnung findet sich auch als Bezeichnung für die Arbeiten an der Synchronisation fremdsprachiger Filme, denen ästhetische Eigenständigkeit ab-, handwerkliches Geschick aber zugesprochen wird.

Literatur: Freidank, Willibald: Kunst und Afterkunst auf dem Gebiete der schönen Litteratur in unserer Zeit. Ein deutsches Wort an das deutsche Volk. Leipzig: E. Schelper 1897.


Artikel zuletzt geändert am 24.08.2014


Verfasser: JvH


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