Lexikon der Filmbegriffe

De Havilland Law

dt. unüblich: de-Havilland-Gesetz

Von den 1920ern an bemühten sich die Studios, möglichst große Kontrolle über die Images der Stars auszuüben, die meist unter Exklusiv-Vertrag standen und imagegerecht eingesetzt werden konnten – sowohl hinsichtlich der Rollen, die sie spielten, wie aber auch ihrer öffentlichen Auftritte und sogar ihres Privatlebens. Erst die Schauspielerin Olivia de Havilland, die einen Sieben-Jahres-Vertrag mit Warner Bros. hatte, erwirkte 1945 ein Gerichtsurteil, das die Macht der Studios brach. Jack Warner hatte die Schauspielerin an David Selznick für die Realisierung des Films GONE WITH THE WIND (1939) ausgeliehen, ihr nach der Rückkehr in die Warner Studios aber nur zweitklassige Rollen gegeben. Für ein halbes Jahr bekam sie gar keine Rollen mehr, sollte später dieses halbe Jahr als Vertragszeit gar nacharbeiten. Warner kündigte den Vertrag - und das Gericht gab de Havilland in allen Punkten Recht: Einen Vertrag als Berufsverbot auszuüben war danach genauso untersagt wie Verträge von mehr als sieben Jahren Laufzeit. Verträge mit Schauspielern mussten nach Ablauf immer wieder neu ausgehandelt werden. Man nennt dieses Urteil, das als California Labor Code 2855 die Arbeitsbeziehungen zwischen Studios und Schauspielern regelt, das ,De Havilland Law‘.


Artikel zuletzt geändert am 24.08.2014


Verfasser: HHM


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