Lexikon der Filmbegriffe

Dialogfilm

In der Frühzeit des Tonfilms hatten sich um 1928 eine ganze Reihe von Redeweisen herausgebildet: sprechender Film, Sprechfilm, Hörfilm, lauter Film, Ton- oder Singfilm, Geräuschfilm, tönender Film, Tonspielfilm, Dialogsprechfilm, Dialogfilm, Klangfilm. Gerade die Bezeichnung Dialogfilm nominiert die dramaturgisch bedeutsame Tatsache, dass die Dialoge über viele Jahre hinweg das tragende Gerüst bildeten, auf dem die Filme ihre Geschichten erzählten. In der darauf folgenden Debatte ging es um die Eigenständigkeit des Films als Kunstform, der sich nach Meinung vieler (wie etwa Rudolf Arnheims) immer mehr dem Theater annähere, von dem er nur noch technisch zu unterscheiden sei. Diverse Konzepte zu einer Verselbständigung des Tons gegenüber dem Bild (Asynchronität, Kontrapunktik etc.) resultierten aus dieser Kritik an der Dialoglastigkeit und visuellen Armut vieler früher Sprechfilme.

Literatur: Wahl, Chris: Das Sprechen des Spielfilms. Über die Auswirkungen von hörbaren Dialogen auf Produktion und Rezeption, Ästhetik und Internationalität der siebten Kunst. Trier: WVT Wissenschaftlicher Verlag Trier 2005 (Filmgeschichte international. 16.), bes. Kap. 3.3: „Der Sprechfilm und der Wandel des Kunstverständnisses“, S. 115-145.


Artikel zuletzt geändert am 24.08.2014


Verfasser: CA


Zurück