Lexikon der Filmbegriffe

Kommandofilm

engl. etwa: mission film

Gelegenheitsbezeichnung für Kriegs- und Actionfilme, in denen eine Gruppe von Soldaten oder Söldnern für eine spezifische Aufgabe zusammengestellt werden und diese dann als eigenständige Einheit erledigen. Es sind Filme wie The Dirty Dozen (USA 1967, Robert Aldrich), Where Eagles Dare (USA/Großbritannien 1968, Brian G. Hutton) oder The Guns of Navarone (USA/Großbritannien 1961, J. Lee Thompson), die alle dem Kriegsgenre zugehören und gleichzeitig auf die Caper-Filme der Zeit verweisen. Oft sind die agierenden Gruppen ganz auf sich allein gestellt, agieren womöglich im Territorium des Feindes, weshalb die Spannungskonditionen schon in der Figurenkonstellation gesetzt sind. Ein Seitenthema der Kommandofilme ist die Darstellung der sozialen Konflikte und Machtkämpfe ebenso wie der Herausbildung einer Gruppenidentität. In aller Regel sind Kommandofilme Männerfilme. Kommandofilme wurden in allen bedeutenderen Filmnationen produziert (man denke an die italienischen Filme Cinque per l'inferno, 1968, Gianfranco Parolini  Quel maledetto treno blindato, 1978, Enzo G. Castellari). Gelegentlich sind auch Söldnerfilme als Kommandofilme ausgeführt (wie The Wild Geese, Großbritannien/Schweiz 1978,  Andrew V. McLaglen). In den 1970ern verlagerte sich aber die dramatische Konfiguration in den Actionfilm. Doch noch Inglourious Basterds (USA 2009, Quentin Tarantino) spielt mit den Konventionen des kleinen narrativen Motivs.


Artikel zuletzt geändert am 24.08.2014


Verfasser: JvH


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