Lexikon der Filmbegriffe

Motivikone

Durch die Entwicklungen der Medienlandschaft und ihrer technischen (digitalen) Möglichkeiten bedingt, hat sich bei vielen prägenden Ereignissen gezeigt, dass es eine pluralisierte Verfügbarkeit an möglichen Fotografien resp. eine Pluralität ein und desselben Motivs gibt. Es kursieren – nicht zuletzt auch durch den neuen digitalen Raum des Internet begünstigt – regelrechte 'Bildkonglomerate'. Da dieser Umstand jedoch mit dem Terminus der Medienikone nur unzulänglich gefasst wird, haben die Kommunkationswissenschaftlerinnen Elke Grittmann und Ilona Ammann den Begriff der Motivikone vorgeschlagen. Damit findet eine Hinwendung zum Dargestellten statt. Die einzelne Ikone, wie es sich noch bei den Bildikonen finden lässt, für die ein einzelnes Bild zentral ausgemacht werden kann, lässt sich ein solches bei Motivikonen nicht ausweisen. Vielmehr gibt es eine Vielzahl an Bildern, die durch große Ähnlichkeit gekennzeichnet sind, weshalb die Möglichkeit, genau das eine Bild auszumachen, sich nicht bietet. Gleichwohl besitzen auch Motivikonen durchaus motivische Prägnanz und erfüllen ähnlich den anderen 'Ikonen'-Formaten textuelle und mnestische Funktionen. Durch den Begriff wird es der Forschung ermöglicht, dennoch die 'Ikone' zu fassen und sie somit in die Reihe der 'Ikonen'-Formate aufzunehmen.

Literatur: Viehoff, Reinhold / Fahlenbrach, Kathrin: Ikonen der Medienkultur: Über die (verschwindende) Differenz von Authentizität und Inszenierung. In: Michael Beuthner [...] (Hrsg.): Bilder des Terrors – Terror der Bilder? Kriegsberichterstattung am und nach dem 11. September.  Köln: Herbert von Halem 2003, S. 42-59. – Grittmann, Elke / Ammann, Ilona: Ikonen der Kriegs- und Kriesenfotografie. In: Diess. / Neverla, Irene (Hrsg.): Global, lokal, digital – Fotojournalismus heute. Köln: Herbert von Harlem Köln 2008, S. 296-325. – Paul, Gerhard: Der Bilderatlas. Ein Streifzug durch unser kulturelles Gedächtnis. In: Ders. (Hrsg.): Das Jahrhundert der Bilder. [Bd.2: 1949 bis heute].Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2008, S. 9-13.

Referenzen:

historische Referenzbilder

ikonische Bildcluster


Artikel zuletzt geändert am 24.08.2014


Verfasser: IW


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