Lexikon der Filmbegriffe

Bro‘mance

Kofferwort aus: brother + romance; manchmal auch: bromance

Die Bezeichnung bro‘mance wurde wohl in den 1990ern in dem Skateboard-Magazin Big Brother als Bezeichnung für die Beziehungen zwischen männlichen Skatern aufgebracht. Sie wurde schnell auf andere geteilte männliche Aktivitäten (vom Fischen über das Musizieren bis zum Motorradfahren oder zur gemeinsamen Berauschung) übertragen – in der Annahme, dass die Beteiligten ähnlich wie in Frauenfreundschaften für die Beziehungen auch eine geteilte Emotionalität (als Bindungskraft) dem allen zugrunde liegt. Zahlreiche Filme haben Bro‘mances als nichtsexuelle Beziehungen zwischen Männern inszeniert. Zu den bekanntesten zählt neben der Paarung Sherlock Holmes / Dr. Watson The Odd Couple (USA 1968, Gene Saks; ab 1970 auch als TV-Serie) mit Jack Lemmon und Walter Matthau. Seit den 1990ern gibt es eine ganze Reihe von Filmen, die Männerbeziehungen als Bro‘mances inszenieren; dazu rechnen Filme wie Good Will Hunting (USA 1997, Gus Van Sant), Diarios de motocicleta (Argentinien [...] 2004, Walter Salles) oder The Bucket List (USA 2007, Rob Reiner). Die im Show-Business angesiedelte TV-Serie Bromance (USA 2008-09) führt das Thema sogar im Titel. Oft werden (oft irreführenderweise) auch Dreiecksgeschichten wie Y tu mamá también (Mexiko 2001, Alfonso Cuarón) oder sogar Butch Cassidy and the Sundance Kid (USA 1969, George Roy Hill) zu den Bro‘mances gestellt.

Literatur: Alberti, John: Masculinity in the contemporary romantic comedy. Gender as genre. New York: Routledge 2013. – San Filippo, Maria: The B word. Bisexuality in contemporary film and television. Bloomington, Ind. [...]: Indiana University Press 2013. – Thomas, Kayley: „Bromance is so passe“: Robert Downey, Jr.'s queer paratexts. In: Sherlock Holmes for the 21st century. Essays on new adaptations. Ed. by Lynnette Porter. Jefferson, NC [...]: McFarland 2012, S. 35-47.

Referenzen:

Buddy-Film


Artikel zuletzt geändert am 24.08.2014


Verfasser: JvH


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