Lexikon der Filmbegriffe

Reboot

von engl.: to reboot = neustarten

Der ursprünglich aus der Computerwelt stammende Begriff des Rebootens (eigentlich engl.: rebooting) wurde bereits in den 1980ern auf die Welten serieller Fiktion übertragen, wenn eine einmal etablierte Serie Folgeprodukten zugrunde gelegt und nach längerer Zeit fortgeführt wird (hinsichtlich der Figuren, der Zeit der Geschichte, der Vorgeschichten usw.). Das Rebooten ist zugleich ein Hinweis auf die Kanonisierung von Stoffen oder Filmen. Für die Produzenten gelten Reboots als weniger risikoreich als Neuproduktionen, weil sie auf die schon vorhandenen Fans des Ausgangstextes oder der vorliegenden Serie zurückgreifen und sich darum eines gewissen Publikumsinteresses sicher sein können. Vermittelt durch das Stammpublikum können zudem neue Adressatengruppen gewonnen werden. Das Rebooten reaktiviert vorangegangene Interessen und kann darum auch sowohl Publikum wie Kritik enttäuschen, weil es die vergangenen Gratifikationen nicht fortsetzt oder gar mit veränderten Akzenten arbeitet.
Reboots finden sich in Film und Fernsehen, in der Comic- und in der Computerspiel-Industrie. Im Film werden vor allem Filmserien, die aufgrund eines Einzelerfolges angestoßen wurden, als Reboots bezeichnet. Dazu zählen The Planet of the Apes (1968, 2001, 2011), The Punisher (19890, 2004, 2008), Friday the 13th (1980, 2009) und der Neustart der Star-Wars-Hexalogie (1977, 1980, 1983 / 1999, 2002, 2005). Manchmal werden auch längere Serien wie die Batman- oder die Superman-Filme als Reboots bezeichnet – allerdings werden dann die Grenzen der Bezeichnung zu anderen Formen der Serienproduktion verwässert.

Literatur: Urbanski, Heather: The science fiction reboot. Canon, innovation and fandom in refashioned franchises. Jefferson, N.C.: McFarland 2013. – Greven, David: Gender and Sexuality in Star Trek : Allegories of Desire in the Television Series and Films. Jefferson, N.C.: McFarland 2009.

Referenzen:

Remake


Artikel zuletzt geändert am 29.10.2014


Verfasser: JH


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