Lexikon der Filmbegriffe

Volksfilmverband

Kurzform für: Volksverband für Filmkunst e.V. (Volksfilmverband) (Berlin)

G.W. Pabst gründete zusammen mit anderen namenhaften Filmschaffenden am 14.1.1928 in Berlin den Volksverband Filmkunst e.V., der später in Volks‑Film‑Verband umbenannt wurde. Der Verband wurde von zahlreichen prominenten Linksintellektuellen (unter ihnen Käthe Kollwitz, Kurt Tucholsky, Béla Balazs und Heinrich Mann) unterstützt, die durch die Arbeit des Verbandes den Film als Medium der Kritik und der Reflexion fördern wollten ebenso wie gegen reaktionäre Filme vorgehen und die repressive Zensur bekämpfen. Im Auftrag des Vereins entstanden Filme wie das düstere Arbeitslosendrama Um‘s tägliche Brot (1928/29, Phil Jutzi) oder Was wir wollen ‑ Was wir nicht wollen (1927/28, Albrecht Viktor Blum). Allerdings zerbrach der Kreis der Unterstützer bald, weil der Verband immer stärker durch die KPD instrumentalisiert wurde. Bis 1933 organisierte der Verband Seminare über Film, führte Kampagnen gegen das nationalistische Hugenberg-Presseimperium durch, baute Verleihnetzwerke auf, musste aber nach der Machtergreifung seine Arbeit einstellen.

Literatur: Weber, Richard: Der Volksfilmverband. Von einer bürgerlichen Bündnisorganisation zur proletarischen Kulturorganisation. Einleitung zu: Film und Volk, Organ des Volksfilmverbandes. Februar 1928 – März 1930. Vollst. Ausg. Repr., hrsg. v. Richard Weber. Köln: Prometh 1975. 2. Aufl. 1978, S. 5‑27. – Grisko, Michael: Heinrich Mann und der Film. München: Meidenbauer 2008, S. 81-129 (Kontext. 5.). – Nowak, Kai: Gegen „Kitschfilm“ und „Filmreaktion“. Der Volksfilmverband (1928‑1932) und die Kulturpolitik der KPD. In: Filmblatt 13,38, Herbst 2008, S. 5-22.


Artikel zuletzt geändert am 29.10.2014


Verfasser: HHM


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