Lexikon der Filmbegriffe

Girl Power

auch: Grrrl Power, Riot-Grrl-Power; dt. wörtlich: „Mädchen-Energie“, „-Macht“

Die Bezeichnung girl power markiert eine kulturelle Bewegung junger Frauen der 1990er und der frühen 2000er Jahre. Die Bezeichnung ist wohl der Fanzine Girl Power der US‑amerikanischen Punkband Bikini Kill, die die Riot‑Grrrl‑Bewegung der 1990er Jahre stark prägte, wurde vor allem durch die Spice Girls Mitte der 1990er populär. Mit der Bewegung einher ging eine Typifizierung dargestellter Weiblichkeit, die sich um die Charakteristiken der Selbstbewusstheit des Ichs und weiblicher Macht allgemein, der Einheit der Frauen-Bewegung und der Loyalität der Beteiligten gruppierte. In der akademischen Reflexion der Bewegung wurde eine intime Bindung des Girl-Power-Konzepts mit den Action-Heldinnen des Action- und Fantasy-Kinos ausgangs der 1990er und der 2000er Jahre hergestellt, insbesondere am Beispiel der Serie Buffy, the Vampire Slayer („Buffy studies“, 1997-2003), aber auch anderer Serien wie der von James Cameron inszenierten Serie Dark Angels (USA 200-02). Dem Girl-Power-Konzept wurde vor allem von der feministischen Kritik eine große Nähe zu den neoliberalen Konzepten individueller Erfolgs-Lebensläufe sowie die Nähe des Girl-Power-Modells zu konsumistischen Handlungsidealen sowie die Offenheit des Konzepts zur Produktion von Merchandising-Artikeln, Sequels aller Art (einschließlich der Computerspiele) sowie die Tatsache, dass das Modell in den Drehbuchschmieden der Unterhaltungsindustrie gefertigt worden sei (und also keinesfalls einer revolutionären Bewegung junger Frauen entsprungen war), vorgeworfen.

Literatur: Costi, Angela: Super Slick Power Chicks: The New Force or Elaborate Parody? In: Senses of Cinema, 22, Oct. 2002, URL: . – Early, Frances H. / Kennedy, Kathleen (eds.): Athena's Daughters: Television's New Women Warriors. Syracuse, NY: Syracuse University Press 2003. – Hopkins, Susan: Girl Heroes: The New Force in Popular Culture. Annandale, N.S.W.: Pluto Press 2002. – Inness, Sherrie A. (ed.): Action Chicks: New Images of Tough Women in Popular Culture. New York: Palgrave Macmillan 2004.


Artikel zuletzt geändert am 17.12.2014


Verfasser: KB


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