Lexikon der Filmbegriffe

medium awareness

dt. etwa: Medienbewusstheit

Dass die Rezeption von Filmen im Kino (oder auf dem Bildschirm) das Gesehene nicht als Realität selbst, sondern als Abbild derselben wahrnimmt, bleibt im Hintergrundbewusstsein der Rezeption immer erhalten. Die Aneignung von Filmen steht so immer in einem epistemischen Rahmen, der gleich auf drei Ebenen formiert ist: als Bewusstsein der Erzählung resp. der kommunikativen Konstellation, in der das Erzählen geschieht, der Medialität der Darstellung und eines Bewusstseins der Welt, in dem die diegetische Realität im Verhältnis zur Alltagsrealität bestimmt wird. Fiktionalität wird so als Bewusstseinstatsache analysierbar, das Wissen um die Fiktionalität des Wahrgenommenen essentieller Teil des Verstehens.

Literatur: Allen, Richard: Representation, Illusion, and the Cinema. In: Cinema Journal 32,2, Winter 1993, S. 21‑48. – Ponech, Trevor: Visual Perception and Motion Picture Spectatorship. In: Cinema Journal 37,1, Autumn 1997, S. 85‑100. – Oakley, Todd: Toward a General Theory of Film Spectatorship, URL: http://www.case.edu/artsci/engl/Library/Oakley‑TheoryFilmSpectator.pdf. – Wulff, Hans J.: Darstellen und Mitteilen. Elemente der Pragmasemiotik des Films. Tübingen: Narr 1999, S. 19-76.


Artikel zuletzt geändert am 17.12.2014


Verfasser: HJW


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