Lexikon der Filmbegriffe

Opferschutz

Im Pressekodex des Deutschen Presserats heißt es: „Die Berichterstattung über Unglücksfälle und Katastrophen findet ihre Grenze im Respekt vor dem Leid von Opfern und den Gefühlen von Angehörigen. Die vom Unglück Betroffenen dürfen grundsätzlich durch die Darstellung nicht ein zweites Mal zu Opfern werden“ (Richtlinie 11.3). Insbesondere im Dokumentarfilm gilt der Opferschutz (und neben ihm der Protagonistenschutz) als eine der wichtigsten ethischen Auflagen, denen sich der Filmer unterwirft: Weder das Leid von Opfern zu Zwecken der Sensationsgier des Boulevardkournalismus und -publikums auszubeuten noch Protagonisten ungeschützt dem Urteil der Öffentlichkeit auszusetzen, sich nicht über Protagonisten (die sich spätest in der Phase der Montage des Materials nicht mehr zur Wehr setzen können) lustig zu machen, gehört zu den ungeschriebenen Regeln der Berichterstattung, die aber seit vielen Jahren immer häufiger außer Geltung gesetzt werden, weil Trauer-, Leid- und Emotionsdarstellung, die zynische Exponierung von Protagonisten als Schauobjekte mit der Kommerzialisierung vor allem des Fernsehens einhergehend sich immer mehr verbreitet haben.


Artikel zuletzt geändert am 17.12.2014


Verfasser: HHM


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