Lexikon der Filmbegriffe

Archivaufnahme

engl.: stock shot; allgemein auch: stock footage; auch: library shot

Unter stock shots versteht man Filmstreifen, die aus einem Archivfundus von generischen oder dokumentarischen Aufnahmen stammen (Bilder von Eisenbahnen, Bahnhöfen, Straßen, Autos etc.). Auch das Filmmaterial der großen Wochenschauen, ob Fox-Movietone News oder Hearst Metrotone News, werden heute als stock shots wiederverwertet. Solche Bilder werden von Produzenten in Filmen eingesetzt, um die Aufwendungen für historische Aufnahmen zu vermeiden oder um zeitliche oder räumliche Brüche zu überbrücken. Ein Beispiel sind die berühmten Montagen von Slavko Vorkapich aus den 1930er Jahren. Viele low budget-Filme benutzen sie, um Filme zu verlängern (wie z.B. die vielen Aufnahmen von Dschungeltieren in den Tarzanfilmen). Heute illustrieren Dokumentarfilmer und TV-Produzenten historische Ereignisse mit manchmal recht beliebig ausgewählten Archivaufnahmen; z.B. werden besondere Kriege mit nicht weiter identifizierten Szenen von Kampfhandlungen bebildert. Firmen wie Archive Films, New York, gehen mehr und mehr dazu über, solche Archivaufnahmen in digitaler Form zu speichern und zu vertreiben, um sie auch übers Internet liefern zu können. 
 

Referenzen:

needle drop


Artikel zuletzt geändert am 13.01.2012


Verfasser: JCH


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