Lexikon der Filmbegriffe

stock music


engl., auch: library music; im Dt. oft: Produktionsmusik



Als stock music wird Musik bezeichnet, die speziell zur Nutzung in TV, Film, Werbung, Videospielen, Imagefilmen, YouTube etc. produziert wird. Sie befindet sich zumeist im Besitz von so genannten music libraries (Produktionsmusikarchiven), von denen Lizenzen zur Nutzung in unterschiedlicher Form erworben werden können. und wird häufig als Hauptthema und/oder Hintergrundmusik in Rundfunk, Film und Fernsehen verwendet. Auch heutzutage findet stock music noch im Film Verwendung. So benutzte der Regisseur Quentin Tarantino zum Beispiel Produktionsmusik von Keith Mansfield für den Film Kill Bill (2003). Der Markt wird heute von den mit den großen Plattenfirmen und Verlagen verbundenen libraries dominiert.



Produktionsmusik ist im Allgemeinen nicht im normalen Musikhandel erhältlich. Da die Schallplatten mit Produktionsmusik oft direkt an Rundfunkarchive verkauft wurden und nicht in den freien Handel kamen, gelten sie bei Sammlern heute als selten und sehr wertvoll. Diverse Aufnahmen wurden deshalb neu ediert.


Die erste Production Music Library wurde von De Wolfe Music im Jahr 1927 mit dem Aufkommen des Tonfilms eingerichtet. Es handelte sich dabei meist um Wachswalzen, auf der die Musik eingraviert war. Library‑Komponisten und Interpreten arbeiten auch anonym und sind nur selten außerhalb ihres eigenen professionellen Kreises bekannt. Erst in den letzten Jahren erreichten einige Komponisten (z.B. Alan Hawkshaw, John Cameron und Keith Mansfield) Kultstatus als Ergebnis eines neuen Interesses an der Produktionsmusik der 1960er und 1970er, darunter vor allem die Beat- und electronica-Aufnahmen für Lables wie KPM, die häufig von DJs und Produzenten genutzt werden.


Artikel zuletzt geändert am 20.04.2015


Verfasser: W KB


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