Lexikon der Filmbegriffe

Drehverhältnis

engl.: shooting ratio, auch: editing ratio

Das Verhältnis, das zwischen dem abgedrehten und dem tatsächlich für einen Film verwendeten Material besteht. Im Falle der Montage in der Kamera besteht ein Verhältnis von 1:1. Eine noch geringere Rate kann man nur erzielen, wenn abgedrehtes Material mehrfach verwendet wird. Griffith hatte bei Brokom Blossoms (1919) nur 200 von den 5.500 Fuß des gedrehten Materials über. Dies bleibt allerdings Ausnahmefall. In kleineren europäischen und in Fernsehproduktionen wird ein eher knapp bemessenes 1:6-Verhältnis erreicht. In der Hollywoodproduktion wird meist ein Drehverhältnis von 1:20 angestrebt, auch 1:30 ist nicht ungewöhnlich. Ausnahmen wie Metropolis (1926), der auf ein Verhältnis von 1:49 kam, kommen aber immer wieder vor. Der Film, der bis heute das schlechteste Drehverhältnis hat, ist wohl bis heute Hell‘s Angels (1930), den Howard Hughes von 2.254.750 Fuß Länge auf 9.045 Fuß kürzte (Verhältnis 1:249).

Dokumentarfilme haben gelegentlich ein Verhältnis von bis zu 1:100, so dass die Umstellung auf die Videoaufzeichnung einen der größten Kostenfaktoren dokumentarischer Arbeit maßgeblich senken konnte. 


Artikel zuletzt geändert am 03.08.2011


Verfasser: JH AS


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