Lexikon der Filmbegriffe

Emelka

Am 1.11919 wird unter Mitwirkung der Bayerischen Handelsbank Peter Ostermayrs Firma Münchner Lichtspielkunst GmbH in die Münchner Lichtspielkunst AG (M.L.K.) umgewandelt. Sie wird mit dem ungewöhnlich hohen Kapital von zwei Millionen Mark ausgestattet. Am 1.5.1920 wurde die Münchner Lichtspielkunst GmbH (Peter Ostermeyer) mit der Monumental Film GmbH Robert Reinert, Richard Eichberg GmbH, Filmhaus Bavaria, dem Süddeutschen Filmhaus, der Bayerischen Film Ges. (Benzion Fett), der Moewe-Film und der Neuen Kinematographischen GmbH fusioniert, um die M.L.K. (Münchner Lichtspielkunst Konzern) zu gründen, kurz als Emelka-Konzern bekannt. Wie die Ufa, vereinigte der neue Konzern Produktion, Verleih und Kinopark, eine „Kulturfilm“ Abteilung, Filmkopieranstalten und Ateliers (Geiselgasteig). Mit einem Kapitalvermögen von 10 Million Reichsmark sollte die Emelka denn auch die bayerische Antwort auf die Gründung der preussischen Ufa werden. Sie war süddeutschen Interessen verpflichtet, Besitz- und Machtverhältnisse im Konzern spiegelten Beziehungen zwischen München und dem Reich wider. Zwölf Jahre nach der Gründung war das Konzept hinfällig geworden: Im Jahre 1932 meldet die Emelka Konkurs an. So, wie die Ufa sich bei der Produktion von Metropolis 1926 übernommen hatte, brachte die Produktion von Karl Grunes Waterloo den Münchner Konzern 1929 zu Fall.

Literatur: Petra Putz: Waterloo in Geiselgasteig. Die Geschichte des Münchner Filmkonzerns Emelka (1919-1933) im Antagonismus zwischen Bayern und dem Reich. Trier: WVT Wissenschaftlicher Verlag 1996.


Artikel zuletzt geändert am 20.07.2011


Verfasser: JCH


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