Lexikon der Filmbegriffe

Bioskop

von griech.: bios = Leben, skopeô = sehen, schauen

Bioskop nannte sich ein Projektionsapparat aus der Hand der Brüder Max und Emil Skladanowsky. Im Juli 1895 führten sie ihre Konstruktion den Direktoren des berühmten Berliner Varietés Wintergarten vor, die ihn für eine Vorstellungsreihe buchten. Am 1.11.1895 fand die erste öffentliche Vorführung im Wintergarten statt. Das Publikum sah ein Programm aus Akrobatik-, Tanz- sowie Sportnummern und lernte als letztes auch die Erfinder des Apparates kennen, die sich im Film vor den Zuschauern verbeugten. Obwohl das Bioskop noch bis 1897 eingesetzt wurde, war ihm keine Zukunft beschieden. Dies lag an seiner Bauweise: Die Familie Skladanowskys verdiente ihr Geld mit Nebelbildern, weshalb ihr Apparat zwei Objektive aufwies, die eine Blende abwechselnd freigab. Die 54mm breiten Streifen mit den Filmaufnahmen wurden auseinandergeschnitten, sodann alle geraden und alle ungeraden Bildern zu zwei neuen Bändern zusammengeklebt. Mit dieser Technik übertrafen die Skladanowskys zwar ihre Konkurrenten durch große Bilder und eine flickerfreie Projektion, doch für eine industrielle Verwertung war die Erfindung nicht geeignet.


Artikel zuletzt geändert am 28.07.2011


Verfasser: SL


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