Lexikon der Filmbegriffe

Schmuddelfilm

abwertender Alltagsbegriff; von Schmuddel: an etwas haftender, etwas bedeckender unangenehmer [klebriger, schmieriger] Schmutz; engl. neutraler: blue movie, selten auch: smut movie


Im Journalismus und im populären Wertediskurs gebräuchliche Bezeichnung für  Filme pornographischen Inhalts. Die Bezeichnung kam wohl als Kampfbegriff in den 1950ern und 1960ern auf, als nicht nur nudies, sondern auch explizitere Sexfilme auf den allgemeinen Markt kamen. Als „König des Schmuddelfilms“ galt der Billigfilmer A.C. Stephen (d.i. Stephen C. Apostolof), der mit Filmen wie The Bachelor's Dreams (1967) oder College Girls (1968) recht erfolgreiche Trashfilme vorlegte. Auch die deutschen Sexfilme der 1960er („Lederhosenfilme“) fielen unter das Verdikt des Schmuddels.


Insbesondere im Boulevard wird Schmuddel bis heute im Zusammenhang mit der Darstellung expliziter Sexszenen sowie mit der Darstellung als „schmutzig“ etikettierter Körperpraktiken gebraucht, weshalb auch Filme wie Salò (1975) oder L‘Ultimo Tango a Parigi (1972) als „Schmuddelfilme“ ausgezeichnet werden. Aber auch Auftritte Prominenter in Sexfilmen werden als „Schmuddelfilmvergangenheit“ der jeweils Gemeinten sensationalisiert.

Referenzen:

Schmutzfilm


Artikel zuletzt geändert am 03.09.2015


Verfasser: JvH


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