Lexikon der Filmbegriffe

Hintergrundhandlung

Oft wird – dem Gesetz der Relevanz folgend – der Haupt- eine Nebenhandlung, der Vordergrund- eine Hintergrundhandlung zur Seite gestellt. Während man die Nebenhandlung oft weglassen könnte, die Haupthandlung kann für sich stehen, ist das Verhältnis von Vorder- und Hintergrundhandlung komplizierter. Man hat hier zwei Handlungslinien vorliegen, die gleichzeitig dargestellt werden. Vorder- und Hintergrund sind unabhängig voneinander, sie hängen aber modal oder thematisch miteinander zusammen, und oft artikuliert die eine Gegenstimme oder -geschichte zur anderen (der unglücklichen wird die glückliche Beziehung entgegengestellt o.ä.). Hintergrundgeschichten sind gewissermaßen narrative settings, gehören den Requisiten und Environments zu.
Oft ist die eine Handlung ein historischer Prozess oder ein historisches Ereignis, die andere eine „davorgesetzte“ private Handlung. Schon in Gone with the Wind (1939) ist die Geschichte des Sezessionskrieges ein Hintergrundgeschehen, vor dem die eigentliche Handlung spielt. Ähnlich machen auch neueste Filme wie Titanic (1997) oder Pearl Harbor (2001) keinen Versuch, das historische Geschehen selbst zu erzählen, sondern lassen es sich als Hintergrundgeschehen ereignen.


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: HJW


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