Lexikon der Filmbegriffe

faking-of

selten gebrauchtes Kunstwort, das sich auf Making-of-Videos einerseits, auf engl.: fake = fälschen andererseits bezieht; manchmal in Verbindung mit: bogus material (etwa: gefälschtes Material)


Faking-ofs sind eine Spielart des Mockumentary, die die zu vielen Filmen vorliegenden Making-of-Videos verulken, wenn sie über die Arbeit an nicht existierenden Filmen, von mißlingenden Dreharbeiten, Auseinandersetzungen um Filmprojekte etc. berichten. Ein Beispiel ist der Pseudo-Dokumentarfilm Incident at Loch Ness (USA/Großbritannien 2004, Zak Penn), in dem Werner Herzog die Regie zu einem Dokumentarfilm über das bekannte Ungeheuer drehen soll; doch schon zu Beginn der Dreharbeiten kommt es zum Streit und das Unternehmen findet ein jähes Ende. Eine Begleitcrew dokumentiert das Scheitern des Projekts – mit Interviews, dem Filmmaterial des Begleitteams und Fragmenten des geplanten Herzog‑Films. Oft werden aber auch Filme über die Arbeit an nicht-realisierten Filmen als faking-offs bezeichnet oder in deren Nähe gerückt (wie etwa Lost in La Mancha, Großbritannien/Spanien 2007, Keith Fulton, Louis Pepe, über Terry Gilliams ungedrehten Film The Man Who Killed Don Quixote).


Literatur: Schneider, Frank Apunkt [!]: Steal the world/Fake it a better place ¼: The Faking‑of Georg Paul Thomann. In: Kultur und Gespenster 8, 2009, S. 81‑87.


Artikel zuletzt geändert am 03.09.2015


Verfasser: JvH


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