Lexikon der Filmbegriffe

Iwanow-Verfahren

In der UdSSR experimentierte der Filmemacher Semjon Iwanow in den 1940er Jahren mit autostereoskopischen Verfahren, die einen räumlichen Seheindruck verschafften, ohne dass der Zuschauer dazu eine Farbfilter- oder Polarisationsbrille tragen musste. Um den Parallaxen-Unterschied der beiden Netzhautbilder im Kino zu reproduzieren, wurde vor der konisch gebogenen Leinwand ein Raster mit mehr als 30.000 vertikal angeordneten dünnen Drähten (im Gewicht von sechs Tonnen) angebracht, die die beiden Teilbilder voneinander trennten. Der erste Film trug den Titel Concert und wurde im Februar 1941 in einem Moskauer Kino vorgestellt. 1946 produzierte Iwanow den ersten Langfilm im Parallaxen-Verfahren (Robinson Crusoe).

Literatur: Nicolaj A. Valyus: Stereoscopy. London/NewYork: Focal Press 1966. Russ. Orig. 1962.


Artikel zuletzt geändert am 15.07.2011


Verfasser: JH


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