Lexikon der Filmbegriffe

drive-by shootings

amer. Engl.; gelegentlich auch nur: drive-by


Als drive‑by‑shootings bezeichnet man Anschläge mit Feuerwaffen aus einem am Opfer vorbeifahrenden Fahrzeug heraus. Derartige Mordanschläge stehen meist in Zusammenhang mit organisiertem Verbrechen oder Rebellenarmeen (Cosa Nostra, IRA, Terrororganisationen u.ä.). Die Opfer sind dann meist konkurrierende Gangster oder Funktions- und Würdenträger der Herrschenden. Einen Subtypus bilden jene Fälle, in denen das Opfer selbst in einem Auto fährt; er ist vor allem im Gangster- und Kriminalfilm verbreitet. Beispiele finden sich gehäuft seit den 1930ern (wie etwa Das Testament des Dr. Mabuse, Deutschland 1933, Fritz Lang). Das Motiv wurde in den 1960ern zunehmend stilisiert und gedehnt (etwa in Bullitt, USA 1968, Peter Yates), bis es in den neueren Filmen über Kriege zwischen Jugendgangs neue Prominenz fand und dort oft genüsslich ausgebreitet wurde (etwa in White Boy, USA 2002, John Marino, oder The Fast and the Furious, USA 2001, Rob Cohen). Drive-bys sind Formen des ebenso offenen Duells (Täter und Opfer können sich ins Auge sehen) wie des anonymisierten Mordes, bei dem die Täter unerkannt entkommen können. Politisch motivierte Attentate wie in Z (Frankreich/Algerien 1969, Costa-Gavras) bilden einen Seitenzweig des Mordmotivs, basierend wohl auf der optimalen Möglichkeit, dass die Täter unerkannt bleiben und nicht gestellt werden können.


Artikel zuletzt geändert am 03.09.2015


Verfasser: JvH


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