Lexikon der Filmbegriffe

Lichttonspur

manchmal auch Comopt: kombinierter optischer Ton


Bis ca. 1970 war der analoge Mono-Lichtton das kommerziell erfolgreichste und vorherrschende Tonverfahren. Dabei wurde der Lichtton in einer eigenen Spur zwischen Bild und Perforation untergebracht (Breite: bei 35mm-Film: 2,54mm; bei 16mm-Film: 1,8mm). Beim Stereoverfahren wurden im gleichen Bereich des Filmbandes zwei Lichttonspuren untergebracht. Mit einem Vorlauf von 21 Bildern eilt der Ton dem Bild voraus; gleichwohl wird der Ton oft mit 20 Bildern Vorsprung abgetastet, um der Laufzeit des akustischen Signals im Kinoraum Rechnung zu tragen.


Manchmal wird die Lichttonspur als Qualität des Films selbst geehrt – etwa in einer Episode des Disney-Animationsfilm Fantasia (1940) oder in der Titelsequenz von Truffauts La Nuit américaine (1973). Berühmt wurden die manuell hergestellten Tonspuren des kanadischen Experimentalfilmers Norman McLaren: In Filmen wie Mony a Pickle (1938) kratzte er die Tonspur des Films mit der Hand ins Negativ – es wurde möglich, nahezu jede beliebige Tonhöhe, dynamische Abstufungen, Vibrati und Glissandi direkt auf der Tonspur ohne Zuhilfenahme technischer Apparate von Hand zu gestalten. Das Verfahren wurde erstmals in Rudolf Pfenningers Tönende Handschrift (1932) perfektioniert.


Artikel zuletzt geändert am 03.09.2015


Verfasser: JH


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