Lexikon der Filmbegriffe

Natural Vision

(1) auch: RKO Natural Vision
Natural Vision war eins der frühen Breitfilmverfahren und wurde von George K. Spoor und P. John Berggren 1926 für RKO entwickelt. Sie verwendeten bei einem sechs Perforationslöchern überdeckenden Bildfeld (1,85:1; nach anderen Quellen: 1,73:1) einen 63,5mm-Film, der als Stummfilm mit 20 B/S belichtet wurde. Der wohl bekannteste Film des Verfahrens ist Niagara Falls (1926); erwähnenswert sind auch die Komödie Campus Sweethearts (1930) sowie das Melodram Danger Lights (1930).

(2) Das in den USA wohl weitverbreitetste Zwei-Film-3D-Verfahren nannte sich „Natural Vision“. Es wurde von der gleichnamigen Firma in Hollywood 1952-54 betreut. Zu den Filmen des Verfahrens gehören der vollformatige Bwana Devil (1952), aber auch ein Film im Seitenverhältnis 1,66:1 wie The House of Wax (1953), der anläßlich seiner Wiederaufführung 1972 sogar als 70mm-Kopie im Seitenverhältnis von 2,2:1 (allerdings nicht mehr als Natural-Vision-, sondern als Stereovision-Kopie) projiziert wurde. Die meisten der Natural-Vision-Filme wurden auf Ein-Film-3D-Formate umkopiert, das Verfahren spielte nach 1954 keine Rolle mehr.

Referenzen:

3D-Kinematographie: die 1950er Jahre

3D-Kinematographie: Polarisationsverfahren


Artikel zuletzt geändert am 06.02.2012


Verfasser: JH


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