Lexikon der Filmbegriffe

girlfag

Zusammenfügung aus engl.: girl = Mädchen und amerik. Slang: fag = Schwuchtel, Tunte; dt. selten: Schwule Frau, Mädchenschwuchtel; das Pendant zu den girlfags sind „lesbische Männer“ (guydykes, boydykes)


Die pejorative Bezeichnung girlfag bezeichnet (junge) Frauen, die sich zu schwulen oder bisexuellen Männern hingezogen fühlen und sich mit der männlich‑schwulen Kultur identifizieren – in einer Geschlechteridentität, die als höchst ambivalent gilt: Das Begehren kann symbolisch als Wunsch nach Gleichberechtigung in einer Beziehung zu einem Mann (wodurch die Sexualität der girlfag heterosexualisiert würde); oder es ist eine Maskierung lesbischer Orientierung, die das eigene Geschlecht aber marginalisiert. Der Typus der „schwulen Frau“ ist in der Sexologie bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschrieben worden (z.B. in den Schriften Magnus Hirschfelds), wurde in den westlichen Kulturen aber wohl erst seit den 1980ern eingehender dramatisiert; er wurde in den letzten Dekaden in einer ganzen Reihe von popkulturellen Hollywood-Charakteren exemplifiziert. Zu ihnen wird die Titelfigur aus Yentl (USA 1983, Barbra Streisand) oder die Doppelidentität der Victor Victoria (1982, Blake Edwards) gerechnet, aber auch die Dreier-Beziehung in Threesome (1994, Andrew Fleming). In der ostasiatischen Kulturgeschichte (insbesondere in der Manga-Kultur japanischer Herkunft) ist der Transgendertypus der girlfag in der Roman-, Theater- und Filmkultur älter.


Literatur: Meyer, Uli: „Almost homosexual“. Schwule Frauen / schwule Transgender (GirlFags/Trans*Fags). In: Liminalis 1, 2007, S. 59-82. 

Referenzen:

dykesploitation


Artikel zuletzt geändert am 15.09.2015


Verfasser: KB


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