Lexikon der Filmbegriffe

Hilfsziel


Eine der Kernaufgaben der Drehbucharbeit ist die Offenlegung der Handlungsmotivation der Figuren. Dazu bedient man sich traditionellerweise einer Modellierung mithilfe von „Handlungszielen“.  Hilfsziele sind also ein Modell der (Drehbuch-)Dramaturgie und bezeichnen die Stationen, die der Held der Handlung durchschreiten muss, bevor er mit dem Hauptziel das Ende der Handlung erreicht. Zwar lässt sich meist eine klare Entwicklung hin zum Hauptziel beobachten, doch stellen sich ihm immer neue Probleme, Komplikationen, Proben u.ä. entgegen. Das Auftreten von Hilfszielen und die Notwendigkeit der Anstrengung, sie zunächst erreichen zu müssen, trägt ganz wesentlich zur Spannungsführung bei. Von den Hilfszielen geschieden sind die Teilziele, die vor dem Hauptziel erreicht werden müssen. Allerdings machen beide möglicherweise Ermöglichungshandlungen nötig (man muss erst den Schlüssel besorgen, bevor man die Bank betreten und den Safe öffnen kann...).



Von den Hilfszielen zu unterscheiden sind die Teilabsichten – oft verfolgt ein einzelner Held nicht eine homogene Handlungsabsicht, sondern ein ganzes Geflecht von nicht unbedingt miteinander kompatibler Absichten; und bei mehreren Protagonisten verfolgt die Gruppe zwar vielleicht ein gemeinsames Ziel, doch stehen ihm eine oder mehrere Teilabsichten zur Seite, die sich möglicherweise mit dem Gruppenziel nicht vertragen.


Literatur: Vale, Eugene: Die Technik des Drehbuchschreibens für Film und Fernsehen. 3. Aufl., München: TR-Verlagsunion 1987. Zuerst engl., 1944. 

Referenzen:

Handlungslinie

Konflikt


Artikel zuletzt geändert am 15.09.2015


Verfasser: AS


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