Lexikon der Filmbegriffe

stock footage

von engl.: stock = Lager + footage = Aufnahmen; eine einzelne Aufnahme wird auch stock shot oder library shot genannt


Als stock footage bezeichnet Filmmaterial, das nicht speziell für eine Produktion neu aufgenommen wurde, sondern völlig unabhängig davon bereits im Archiv existierte. Gehören die Aufnahmen nicht dem produzierenden Studio, müssen sie in aller Regel lizensiert werden.


Gründe für die Verwendung von stock footage im Spielfilm sind vielfältig. (1) Kostengründe: Vor allem Aufnahmen internationaler Städte und Landschaften werden im Archiv vorgehalten, so dass Außenaufnahmen mit Archivmaterial abgedeckt werden können. Auch werden aufwendige Aufnahmen aus A-Produktionen (wie etwa Seeschlachten aus aufwendigen Piratenfilmen) in kostengünstigen B-Produktionen erneut verwendet. (2) Historisierung: Vor allem dokumentarische Aufnahmen werden im Spielfilm als historisierende Spuren in die Zeit der Handlung eingebaut. Manchmal werden derartige Archivaufnahmen auch in Trickverfahren mit den neuen Aufnahmen verschmolzen – in Forrest Gump (USA 1994, Robert Zemeckis) etwa trifft der Protagonist auf in der Realität längst verstorbene Persönlichkeiten wie beispielsweise John Lennon. (3) Einzigartigkeit historischer Ereignisse: Handelt es sich um einzigartige historische Ereignisse wie Krönungen, historische Sport-Events usw., ist die Verwendung historischer Aufnahmen fast unumgänglich. 

Referenzen:


Artikel zuletzt geändert am 15.09.2015


Verfasser: DM


Zurück