Lexikon der Filmbegriffe

recursus ad initium

lat., = „Rückkehr zum Anfang“


Ursprünglich der rhetorischen Analyse von Gebeten und Predigten entlehnte Bezeichnung der Technik, am Ende eines Films auf dessen Anfang, insbesondere auf das Eingangs- bzw. Eröffnungsbild zu rekurrieren. Das Verfahren indiziert eine ästhetisch klar markierte, wohlgeformte Schließung des Textes, eröffnet dabei oft die Möglichkeit, die Bedeutung der ursprünglich initialen Bilder oder Sequenzen neu zu formulieren, so dass auch die Tätigkeit der Textinterpretation auf ihre eigene Eingangsphase zurückweist. Beispiele wie Hollywood Boulevard (USA 1950, Billy Wilder) oder Mildred Pierce (USA 1945, Michael Curtiz) zeigen, dass gerade diese textrhetorische Strategie im klassischen Hollywood-Erzählen eine wichtige Rolle gespielt hat.


Literatur: Schaudig, Michael: Narrative Zeitstrategien. Geschehenszeitliche Initialstrukturen und Funktionstypen in der Dramaturgie filmischer Handlungskonzeptionen. In: Strategien der Filmanalyse ‑ reloaded. Festschrift für Klaus Kanzog. Hrsg. v. Michael Schaudig. München: Diskurs‑Film‑Verlag Schaudig & Ledig 2010, S. 39-84. - Thanner, Nathanael Was bedeutet die „Anakephalaiosis“ der gesamten Schöpfung in Eph 1,10? In: Sapientia Crucis – Artigos. Revista Filosófica – Teológica, 2004, URL: https://institutumsapientiae.files.wordpress.com/2011/01/psc‑2004‑01.pdf. 


Artikel zuletzt geändert am 15.09.2015


Verfasser: KB


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