Lexikon der Filmbegriffe

Spektakularisierung (1)


von lat.: spectaculum = Schauspiel, Augenweide, Anblick, auch Krach, Lärm


Allgemeine Bezeichnung der Verfahren, mit denen man ein Ereignis so gestaltet, dass es öffentliches Aufsehen erregt. Viele Spektakel mit seichtem oder befremdlichem Charakter werden mit der Bezeichnung ins Abfällige gerückt; allerdings werden manche Großereignisse (wie etwa Feuerwerke, Bälle usw., aber auch Medienschauspiele wie die Oscar-Verleihung) auch positiv als „Spektakel“ ausgewiesen. Deutlich ist immer der implizite Hinweis auf die auf Wirksamkeit und Imposanz vor allem der dem Publikum angebotenen Sinnesreize berechnete Inszenierung bei Hintanstellung jeglicher Inhalte.



Historisch weisen spectacula zurück auf die Inszenierungen des Barock (etwa die als cirque du feu bezeichneten Feuerwerke, die Wasserspiele, aber auch die Schloss- und Gartenanlagen der Zeit). Immer steht die Schaulust des Publikums im Zentrum, weshalb auch Jahrmarktstheater, Pferdetheater oder Wandermenagerien sich um Spektakularität bemühten. Auch viele öffentliche Auftritte des Militärs als Triumphmärsche, Defilees und Paraden oder auch als Platzkonzerte gehören dem Spektakulären zu.


Auch im Film dienen die Ausstattungswerte der Ausstellung der Pracht der Ausstattung (und der Kosten der Produktion). Dabei werden auch manche Handlungsräume – das Innere des Körpers, die Wirklichkeit von Megastädten, erfundene Handlungswelten der SF etc. – als spektakuläre Elemente der Inszenierung in die wirkungsästhetische Kalkulation der Filme einbezogen.


Artikel zuletzt geändert am 15.09.2015


Verfasser: JvH


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