Lexikon der Filmbegriffe

celebrity sex tape

dt. etwa: Sexaufnahmen / Sexvideos von Prominenten


Bis in die 1990er hinein galten Filme, die Prominente beim Sexspiel oder beim Beischlaf zeigten, als Karrierekiller. Selbst wenn Sexfilme bekannt wurden, die die Darsteller in der Frühzeit ihrer Karriere gemacht hatten (wie etwa Marilyn Monroe), litt die Laufbahn (wenn es nicht gelang, die Filme in den Mythos oder das Image der Akteure einzubauen). Von ganz eigener Wirksamkeit wurden die leicht vervielfältigbaren Videobänder, die zum eigenen Vergnügen hergestellt worden waren, wenn sie einmal in die Öffentlichkeit gelangten, zur Beendigung der Engagements führten. Ein Beispiel ist die Schauspielerin Jayne Kennedy, aus deren Haus ein Video gestohlen wurde, das nach ihrer Scheidung 1982 öffentlich wurde, die danach fast nur noch in wenigen TV-Serien auftreten konnte. In den 1990ern änderte sich der Marketingwert der Sexbänder grundlegend. Paris Hilton oder Kim Kardashian wurden zu celebrities, nicht obwohl, sondern weil Beischlafvideos kursierten. Heute finden sich nicht nur bevorzugt Schauspielerinnen, sondern auch Models, Sportler (wie der Wrestler „Hulk Hogan“) u.a. unter den Sex-Akteuren. Pamela Anderson und ihrem damaligen Ehemann Tommy Lee wurde 1995 ein Band entwendet, das sie schnell zu einem der bekanntesten Hollywood-Paare machte. Nach ihrer Scheidung verkauften die beiden die Rechte an dem Film an Vivid Entertainment, der ihn bis heute auf seiner Homepage vermarktet. Rick Salomon (ein Ex-Ehemann Pamela Andersons) filmte 2001 seine Liebesspiele mit Paris Hilton und vermarktete die Aufnahmen selbst auf seiner Homepage (für 50 US-$). Der Porno-Vertrieb Red Light District kaufte 2004 die Rechte an den Aufnahmen und brachte sie als One Night in Paris auf den Markt. Die Kommerzialisierung der nur pseudoprivaten Aufnahmen schreitet fort. 2013 verkaufte Farrah Abraham, eine MTV-Aktrice aus der Show Teen Mom, die Rechte an einem Film, den sie mit dem professionellen Pornodarsteller James Deen [!] gedreht hatte, für 1,5 Millionen US-$ wiederum an Vivid Entertainment.


Artikel zuletzt geändert am 26.04.2016


Verfasser: AS


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