Lexikon der Filmbegriffe

guilty pleasure

dt. etwa: „Vergnügen, bei dem man sich schuldig fühlt“; volkstümliche Bezeichnung der „kognitiven Dissonanz“; im Dt. manchmal äquivalent zu Laster, heimliches Vergnügen etc.


 


Es können Filme, Fernsehprogramme, Musikstücke ebenso sein wie Kleidungsstücke, Speisen, Fetischobjekte und ähnliches mehr, denen sich Individuen mit Vergnügen zuwenden, obwohl sie wissen, dass die Objekte äußerst geringes öffentliches Ansehen genießen oder dass sie selbst ein äußerst ambivalentes Verhältnis dazu haben. Der Rezeptionsmodus der guilty pleasure basiert also auf einem widersprüchlichen Zuwendungsmodus, der zwischen moralischer oder geschmacklicher Ablehnung (vielleicht sogar einem expliziten Verbot) und freudiger Zuwendung gespannt ist; oft behält der Rezipient seine Beziehung zum ambivalent besetzten Objekt für sich, verheimlicht es und schirmt die Rezeption gegen andere ab. Insbesondere Teile der erotischen Presse und des Sex- oder Porno-Kinos sind vor allem in der feministischen Filmanalyse als Objekte der guilty pleasure beschrieben worden.


 


Literatur: Robertson, Pamela: Guilty pleasures. Feminist camp from Mae West to Madonna. Durham, NC [...]: Duke University Press 1996. - Gaines, Jane: Feminist heterosexuality and its politically incorrect pleasures. In: Critical Inquiry 21,2, 1995, S. 382-410. - Markowitz, Sally: Guilty pleasures: Aesthetic meta-response and fiction. In: Journal of Aesthetics and Art Criticism 50,4, Autumn 1992, S. 307-316. 

Referenzen:

kognitive Dissonanz


Artikel zuletzt geändert am 26.04.2016


Verfasser: CA


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