Lexikon der Filmbegriffe

Tal der Ahnungslosen

Satirische Bezeichnung des DDR‑Sprachgebrauchs für Regionen im Nordosten um Greifswald und im Südosten der DDR im ehemaligen Bezirk Dresden, in denen UKW‑Radio‑ und Fernsehübertragungen aus dem damaligen Gebiet der Bundesrepublik Deutschland (in der DDR Westfernsehen genannt) auch mit großem Aufwand nicht terrestrisch empfangen werden konnten. Die Bewohner dieser Gebiete, die vom Westfernsehen und ‑UKW‑Rundfunk nicht erreicht wurden, galten in der DDR als schlecht informiert, weil sie nur über Informationen aus den zensierten DDR‑Medien verfügten. Sie machten etwa 15 % der Bevölkerung der DDR aus.


Literatur: Stiehler, Hans‑Jörg: Leben ohne Westfernsehen. Ergebnisse biographischer Interviews. In: Massenmedien und Zeitgeschichte. Hrsg. v. Jürgen Wilke. Konstanz: UVK-Medien 1999, S. S. 212‑224. – Stiehler, Hans‑Jörg: Leben ohne Westfernsehen. Studien zur Medienwirkung und Mediennutzung in der Region Dresden in den 80er Jahren. Leipzig: Universitätsverlag 2001. 


Artikel zuletzt geändert am 26.04.2016


Verfasser: W


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