Lexikon der Filmbegriffe

Schlieren

engl.: motion blur

Bewegen sich Objekte im Bildausschnitt, ziehen sie umso längere „Schlieren“, je schneller sie sich bewegen. Das ist bedingt dadurch, dass bei einer Belichtungszeit von meist 1/40 Sekunde eine Verwischung entsteht, weil sich in dieser Zeit das Objekt über eine gewisse Strecke im Bild bewegt hat. Je kürzer die Belichtungszeit ist und/oder je langsamer die Objektbewegungen sind, desto geringer sind die Verwischungen. Gemeinhin gilt die Anforderung, Schlieren im Bild so zu inszenieren, dass sie den Bewegungseindruck intensivieren. Man kann Schlieren schließlich sogar bewusst vermehren, wenn sich nicht allein das Objekt vor der Kamera, sondern auch die Kamera selbst bewegt. So ist Bewegungsphotographie oft durch die Markantheit der Schlieren ausgezeichnet – man denke an Fahraufnahmen in Rennfahrerfilmen, an die Begleitfahrten in Hawks Hatari! (1961) oder an Abschwenks, die Stürze von Figuren verfolgen.
Bei der Videoaufzeichnung waren die Schlieren, die insbesondere Lichtquellen verursachten und die durch die Trägheit der lichtempfindlichen Chips in der Kamera bedingt waren, lange berüchtigt. Umgekehrt waren die Einzelaufnahmen in der Einzelbildanimation immer gestochen scharfe Aufnahmen der Objekte vor der Kamera, auch wenn sie als bewegt animiert wurden; hier gestattete es erst das Stop-Motion-Verfahren, Verwischungen zu produzieren, die denen von Realaufnahmen ähnlich waren. 
 

Referenzen:

Bewegungsunschärfe


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: JH


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