Lexikon der Filmbegriffe

Cinéac (1)

Kofferwort aus frz.: cinéma + actualités


Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfreuten sich filmische Aktualitäten großer Beliebtheit. Insbesondere in Frankreich etablierte sich früh ein eigener Aktualitäten-Kinotypus. 1908 kaufte Pathé in Paris ein ehemaliges Wachsmuseum, um dort das Pathé‑Journal zu präsentieren. Gaumont eröffnete 1910 unter dem Namen Gaumont Actualitiés ein eigenes Kino. In den folgenden Jahrzehnten bildete sich der Typus des Cinéacs heraus – auf die Darbietung von Aktualitäten und Wochenschauen spezialisierte Lichtspielhäuser. In Paris gab es Mitte der 1930er annähernd 20 derartige Kinos, die plausiblerweise oftmals von den großen Zeitungen betrieben wurden. Das Cinéac - Le Journal öffnete 1931 seine Pforten; es wurde schnell zum Gattungsnamen derartiger Kinos, die sich mancherorts bis in die späten 1960er halten konnten. Ähnlich wie das „Aki“ der deutschen Aki-Kinos diente „Cinéac“ auch als Gattungskennzeichnung derartiger Kinos im Straßenbild und findet sich in frankophonen Zonen ganz Europas.


Literatur: Meusy Jean‑Jacques: Cinéac. Un concept, une architecture. In: Les Cahiers de la Cinémathèque, 66, Juli 1997, S. 92‑121. 


Artikel zuletzt geändert am 26.04.2016


Verfasser: KB


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