Lexikon der Filmbegriffe

katechetischer Film

von griech.: katechéo = ich unterrichte, ich unterweise; früher auch: „religiöser Lehrfilm“


Altertümlich wirkende Bezeichnung für solche Filme, die der Veranschaulichung und Erklärung einer religiösen Wahrheit durch filmeigene Mittel dienen. In der katholischen Medienlehre wurde aber die Notwendigkeit, dass solche Filme nur im Rahmen eines umfassenderen religionsunterrichtlichen Konzepts ihr didaktisches Potential entfalten könnten, dass vor allem übernatürliche Geheimnisse wie die Verleihung der Gnade durch ein Sakrament niemals unmittelbar, sondern immer nur als Beispiele, Analogien, Gleichnisse und Symbole  dargestellt werden könnten. Heute wird der Begriff – sofern noch in Gebrauch – viel weiter gefasst, bleibt nicht beschränkt auf den unmittelbaren Unterricht. Darum werden auch Filme wie Des hommes et des dieux (Frankreich 2010, Xavier Beauvois) über ein Kloster in Algerien dem „katechetischen Kino“ zugerechnet, weil er Einblick gibt in das Leben in einem Kloster, in die Persönlichkeit von Mönchen und in Tiefenmotive zum Glauben.


Literatur: Blizek, William L. (ed.): The Bloomsbury companion to religion and film. London [....]: Bloomsbury 2013. – Hahn, Johan G. / Hoekstra, Henk / Tillmans, Frits: Over religieuze films gesproken. Het verschijnsel 'religieuze film', theologische achtergronden en praktische bruikbaarheid in katechese en pastoraat. Hilversum: Gooi & Sticht 1987. – Kirsner, Inge (Hrsg.): Passion Kino. Existenzielle Filmmotive im Religionsunterricht und Schulgottesdienst. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2009. 


Artikel zuletzt geändert am 12.06.2016


Verfasser: KB


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