Lexikon der Filmbegriffe

Proxy

von engl.: proxy = Stellvertreter


Ein Proxy kommt in der Postproduktion immer dann zum Einsatz, wenn die zur Verfügung stehende Rechenleistung zu gering ist, um hohe Datenraten in Echtzeit zu verarbeiten. Da viele Filme heute nur noch digital aufgezeichnet werden, ist es nicht mehr notwendig, sie am Schneidetisch zu bearbeiten, sondern Farbkorrekturen oder den eigentlichen Schnitt am heimischen Computer vorzunehmen. Sind die großen Rechenkapazitäten, die die hohe Auflösung zeitgenössischer Produktionen erfordert, nicht gegeben, muss der Bearbeiter Proxies aus seinem Eingangsmaterial generieren, um dieses mühelos ver-/bearbeiten zu können. Adobe Creative Suite, Blackmagic Design und andere gängige Software aus dem Bereich der Bildverarbeitung bieten die Funktion der Proxy-Generierung an. Anders als bei der Komprimierung wird keine Veränderung am Eingangsmaterial vorgenommen, das Material bleibt in seiner Ursprungsform erhalten.


Bildkorrekturen lassen sich in der Proxy-Kompression in Echtzeit betrachten und ändern, ohne dabei Performance-Einbußen zu verzeichnen. Das Proxy eines Filmclips weist natürlich nicht dieselben Qualitäten des Eingangsmaterials auf, seine Auflösung und Datenrate sind deutlich geringer als die des Ausgangsmaterials, weil es in der Kompression Einbußen bei der Bildqualität gibt. Es existiert kein Standard für die Qualität eines Proxy, weil sie sich individuell an die Rechenleistung oder die gewünschten Präferenzen anpassen lassen. Mithilfe des Proxy lässt sich der Look eines Filmes festlegen und abspeichern, welcher dann später abgerufen werden kann und auf das ursprüngliche Videomaterial angewendet wird. Im Schnitt ist die Funktion ähnlich – sie vermeidet Komprimierungen und Konvertierungen und erhält die Bildqualität. 


Artikel zuletzt geändert am 12.06.2016


Verfasser: WW


Zurück