Lexikon der Filmbegriffe

Stereoskop: stereoskopischer Film

Versuche, das Prinzip des Stereoskops auch für die Betrachtung von Filmen zu nutzen, blieben vereinzelt. Der bekannteste ist ein Verfahren, das William Friese-Green 1889 entwickelte: Er konzipierte eine dioptische Kamera, deren Doppeloptik zwei Bilder auf dem Filmstreifen aufzeichnete, die für das linke bzw. das rechte Auge bestimmt waren. 1903 erstellten die Gebrüder Lumière den einminütigen 3D-Film L'Arrive du Train. Er wurde mit zwei Kameras auf 35mm-Film gedreht. Zur Betrachtung musste man sich eines besonderen Stereoskops bedienen, das die Präsentation von Filmen statt nur von Bildern erlaubte. In den folgenden Jahren wurde weiterhin mit der Stereoskopie im Film experimentiert, die erste Präsentation vor zahlendem Publikum fand aber erst am 10.6.1915 statt, als im Astor Theatre in New York drei 3D-Kurzfilme gezeigt wurden. Auch bei diesen Filmen handelte es sich um Dokumentationen von ländlichen Szenen wie z.B. einen Reisebericht von den Niagara-Fällen. 


Artikel zuletzt geändert am 22.07.2011


Verfasser: JH


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