Lexikon der Filmbegriffe

Souffleur

von frz.: souffler = blasen, hauchen; ursprünglich von lat.: sufflare = hineinblasen; seit dem 18. Jahrhundert in der Bühnensprache üblich; weibliche Form: Souffleuse; engl.: prompter


Der in der Praxis der meisten Bühnen seit dem 18. Jahrhundert gebräuchliche Souffleur steht oder sitzt normalerweise im Souffleurkasten, der in der Mitte der Bühne unterhalb der Rampe im Bühnenboden eingelassen ist. Vom Zuschauerraum aus ist er nicht zu sehen und selbst die Akteure erkennen vom Souffleur lediglich die Augen in einem nur zur Bühne hin offenen, etwa 25 cm hohen, schmalen und meist hölzernen Kasten. Da der Souffleur nur halblaut spricht oder gar flüstert, ist er zwar von den Darstellern, nicht jedoch von den Zuschauern zu verstehen. Seine Aufgabe ist es, dem Künstler auf der Bühne unauffällig zu helfen, falls dieser seinen Text vergisst. Heute wird auch per Funk souffliert. Die Schauspieler tragen dazu einen kleinen Empfänger im Ohr, der Souffleurkasten ist dann überflüssig und der Störlärm wird reduziert.


Im Film wurden für erinnerungsschwache Schauspieler wie Hans Albers oder Marlon Brando in den Kulissen und hinter der Kamera Texttafeln mit den Texten postiert. Warum diese Gedächtnisstützen, um die sich zahlreiche Anekdoten ranken, ausgerechnet den rassistisch anmutenden Namen Neger erhielten, ist selbst unter Film‑Experten umstritten. Heute ist die Arbeit mit Schrifttafeln durch die Prompter (oder: Teleprompter) abgelöst worden, die vor allem in Nachrichtensendungen des Fernsehens eingesetzt werden und die den Sprechern die vorformulierten Texte zum Ablesen anbieten.

Referenzen:

Neger

Teleprompter


Artikel zuletzt geändert am 12.06.2016


Verfasser: JvH W


Zurück