Lexikon der Filmbegriffe

Ferrania

eigentlich: Film Ferrania s.r.l.


Film Ferrania wurde 1923 als Produzent von Photomaterialien, Photopapieren und photographischen Geräten (einschließlich Kameras) gegründet – der Name ist der Standort der Firma in Ligurien. Sie ging hervor aus der 1882 gegründeten Sprengmittelfirma SIPE (Società Italiana Prodotti Esplodenti), die aufgrund der Ähnlichkeit der Herstellung von Spreng- und Filmmaterial zusammen mit der französischen Pathé 1917 die FILM (Fabbrica Italiana Lamine Milano) gründete, der die Ferrania nachfolgte. 1932 übernahm man den Mailänder Hersteller photographischer Platten Cappelli, kurze Zeit später Tensi, einen anderen Plattenproduzenten, und nannte sich vorübergehend Cappelli‑Ferrania. 1938 wurde der Name auf Ferrania verkürzt. Nach dem zweiten Weltkrieg nahm man die Produktion von Ferraniacolor (ein Agfacolor-Klon) auf; der S/W-Film Pancro 30, den Pasolini in vielen seiner Filme verwendete, markierten die Hochphase der Firma und ihrer Produkte. Die Kino- und Filmkrise der Wende zu den 1960ern führte dazu, dass die Firma von der amerikanischen Multitechnologie-Konzern 3M gekauft wurde und als Ferrania 3M weiter firmierte; 1996 wurde sie kurzfristig in die 3M Imation integriert (unter anderem produzierte sie Materialien unter den Namen Solaris, Dynachrome und Scotch Chrome), bevor sie 1999 von Schroder Ventures übernommen und ermeut als eigenständige Firma weiterarbeitete. 2008 wurde sie wiederum von der Ignazio Messina & Co. S.p.A übernommen und nannte sich Ferrania Technologies. FILM Ferrania s.r.l. wurde als Erbe der 1923 gegründeten Ferrania am 23.7.2013 von Nicola Baldini und Marco Pagni ins Leben gerufen, die die in den Jahren vorher aufgegebene Produktion von Filmmaterialien (darunter ScotchChrome-Filme sowie Pancro 30) neu startete. 


Artikel zuletzt geändert am 13.06.2016


Verfasser: HHM


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